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Tauchclub Ergolznautik Sissach bei den besten Klippenspringern der Welt
 

Vom 2. bis 5. September 2009 waren die weltbesten Klippenspringer das erst Mai in der Deutschschweiz zu sehen. Die von der Red Bull organisierte World Tour 2009 wählte Sisikon, ein geschichtsträchtiger Ort, nähe der Tellsplatte am Urnersee neben Rotterdam, Dubrovnik, Hamburg, Athen als Austragungsort aus.

Aber was hat denn ein Tauchclub aus Sissach mit dem weltbekannten Event zu tun?

Das Klippenspringen ist für den Zuschauer sehr interessant und attraktiv, für die Springer aber sehr riskant.

Die Athleten springen von einer Plattform, die am Felsen bei Sisikon montiert wurde aus 26 Meter in die Tiefe. Bei den Sprüngen tauchen sie mit einer Geschwindigkeit von 85 km/h ins Wasser. Der freie Fall dauert etwa 3 Sekunden.

Bei soviel Nervenkitzel steht die Sicherheit an erster Stelle. Es standen Rettungsboote bereit, die Rega war instruiert, wie allenfalls ein Verletzter geborgen werden muss. Bei einer Schlechten Landung bei dieser Geschwindigkeit kann viel passieren. Das wichtigste bei einem Zwischenfall ist, der Verunfallte so schnell wie möglich zu bergen und an die Oberfläche zu bringen und eben für diesen Job kommen Taucher zum Einsatz.

Eines der Passivmitglieder des Tauchclubs ENS wohnt in Sisikon und war im OK des Anlasses. Als die Tauchclubs in der Region nicht reagierten wurde der TC ENS angefragt, ob er bereit wäre, die Sicherung der Springer im Wasser zu übernehmen. Der Club konnte die nötigen Taucher stellen und so war ein Tauchclub aus dem Baselbiet am Red Bull Cliff Diving in Sisikon für die Sicherheit der Springer im Wasser verantwortlich.

Am Donnerstag begann das erste Sprungtraining. Für die Taucher bestanden genaue Weisungen, wie sie sich zu verhalten hatten und wie sie bei einer „bad landing“ einzugreifen hätten. Alles verlief ohne Zwischenfall. Am Freitag stand dann das zweite Training auf dem Programm. Anschliessend organisierte Red Bull ein Work Shop, wo Amateurspringer von 6m, 12m, 17m und 22m springen konnten. Auch da mussten die Taucher präsent sein.

Am Samstag fand der eigentliche Wettkampf statt. Silikon, das 370-Seelen-Dorf erwartete um die 5000 Zuschauer die das Spektakel sehen wollten. Die Zuschauer kamen mit den Extrazügen von Brunnen und Flüelen, denn für Autos war kein Platz vorhanden. Die meisten reisten mit einem Gummiboot an, denn es gab ausser der in den See hinausgebauten Zuschauerplattform spezielle Zonen für Schiffe, Gummiboote und Luftmatratzen.

Wir Taucher hatten die besten Plätze, nämlich direkt unter der Absprungrampe.

Springer aus 11 Nationen waren am Start, darunter befand sich auch ein Schweizer. Die Jury bestand aus fünf internationalen Punkterichtern. Bewertet wurde der Absprung, Position in der Luft und das Eintauchen sowie der Schwierigkeitsgrad basierend auf der Anzahl Salti und Schrauben oder der Art des Sprunges.

Der in der Weltmeisterschaft führende Kolumbianer Orlando Duque wurde nur dritter, es siegte der Russe Artem Silchenko. Die Entscheidung um den Weltmeistertitel wird also im letzten Springen dieses Jahres in Athen fallen.

Der Tauchclub Ergolznautik Sissach darf stolz sein, bei so einem Anlass mitgewirkt zu haben. Und das wichtigste von allem, es sind alle Springer wieder heil an der Wasseroberfläche aufgetaucht.



das Sprungbrett in 26 m Höhe an der Felswand in Sisikon






Absprung... (fast wie ein ENS-Taucher)




... und Landung. Aus dieser Höhe ist der Aufschlag sehr heftig und der kleinste Fehler kann schwerwiegende Folgen haben. Für diesen Fall sind die Taucher des ENS immer im Wasser und bereit, im Notfall unverzüglich eingreifen zu können




die Springer landen praktisch punktgenau nach einem Sprung von 26 m zwischen den Tauchern




auch die Seerettung ist an vorderster Front bereit und diente uns als"Tauchbasis"




zahlreiche Zuschauer erschienen mit ihren Booten




am Schluss natürlich die Siegerehrung (anschliessend dann das grosse Red-Bull-Cliff-Diving-Fest in Sisikon - das so schnell kaum vergessen wird...)








 
   
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