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Ryyputzete am 2. September 2006
Bereits an der GV hatte man die Gelegenheit, sich für’s Ryyputzete anzumelden. Ganz nach dem Motto: „wer den Rhein nutzt, putzt ihn auch“. Schlussendlich meldeten sich 4 Taucher/innen an.
Der verregnete August näherte sich dem Ende zu und der 2.9. kam immer näher. Insgeheim hoffte ich, dass der Rhein vielleicht zuviel Wasser hätte, die Sicht zu schlecht sei oder was auch immer – und dann der Anlass abgesagt würde. Wir sollten nämlich um 07.00 Uhr (Sieben Uhr am Morgen – und das an einem heiligen Samstag) am Rheinufer stehen. Nun, die Putzete wurde nicht abgesagt und so klingelte der Wecker wie an einem normalen Werktag. Koppi meinte, wir sollen zum „Totentanz“ fahren, dort sei der Treffpunkt. Wo zum Geier ist der Totentanz ? Und meine Unterlagen von der IG zeigten klar den Weg in eine andere Richtung. Wer hat recht ? Tja – für einmal tatsächlich Koppi (kurzfristige Baustelle = kurzfristige Verlegung des Treffpunkts). Dann folgte der Ablauf wie immer: parkieren, ausladen, hinstellen, dazubeigen, wegnehmen, umstellen, Auto wegfahren, zurück rennen (warum ist das eigentlich immer so kompliziert ?). Es folgte eine kurze (also eigentlich praktisch keine) Instruktion. Zusammengefasst (muss nicht viel kürzen !): es hat starke Strömung, die Sicht ist schlecht (20 cm sind schlecht oder ?), das Wasser kalt und wir seien am Kleinbasler-Ufer zwischen Wettsteinbrücke und Mittlere Rheinbrücke (wo die sind, wusste ich). Also packten sich 8 Taucher, 4 Helfer und 2 Bootsfahrer (Motor-Weidling-Stecher oder so ähnlich) in so einen besseren Einbaum und fuhren den Rhein hinauf. War mal etwas anderes.
Am Ziel angekommen, montierten wir die zur Verfügung gestellten Handschuhe. Handschuhe ? Diese Plastikdinger konnte man vielleicht in einer Palmolive-Reklame verwenden, aber zum Zeugs aus dem Rhein holen ? Dann wurden die Netzli verteilt (es waren wirklich Netzli, als Kinder hatten wir auch solche – zum Frösche fangen). Es waren nicht ganz alle glücklich damit und für die völlig Unglücklichen gab es Plastiksäckli (die Netzli haben nämlich nicht für alle gereicht). Diesen Mangel glichen wir mit umso mehr Einsatz aber spielend wieder aus. Rheingesprungen, tschuldigung natürlich reingesprungen, abgetaucht und abgetrieben. Als Anfänger hatte ich noch die irrige Meinung, dass man vielleicht mit Flossenschlag – nun ja, ich hab’s bald gemerkt, dass nur „sich irgendwo festklammern“ wirklich hilft. Aber mit was tu ich jetzt das Zeugs ins Netzli ? Wir sind aber lernfähig (obwohl es Leute gibt, die das bestreiten) und so ging’s von Mal zu Mal besser. Immer so nach ca. 100 Meter stiegen wir wieder aus dem Wasser und liefen zurück um die Strecke nochmals zu tauchen. Der Weidling-Einbaum kam immer mit und die Helfer halfen das Velo, den Einkaufswagen, Bier-, Schnaps- und andere Flaschen, Plastik, Kindervelo, Kinderstühli usw. usf. ins Boot zu hieven. Dany hatte als Weidling-Einbaum-Bootschef das Kommando und ein Funkgerät. Nützlich diese Dinger, das Znüni konnte via Boot geordert werden. Am Rheinufer und bestaunt (oder belächelt ?) von Joggern, Hundespaziergängern und kinderwagenschiebenden Müttern machten wir es uns gemütlich. Dann der zweite Teil. Es ging immer besser und wir holten weiter alles Mögliche und Unmöglich raus. Die Zeitung vom Montag schrieb etwas von 12 Tonnen, 4 Mulden, 250 Helfern und 1 Pistole. Einer – ratet mal wer – hat allerdings vor lauter Einsatz seinen Bleigurt verloren und musste notgedrungen aufhören. Er wurde mittels Bootstaxi zurückgefahren. Böse Zungen (aber das waren dann schon ganz böse) vermuteten leise, es könnte auch etwas Absicht dahinter gesteckt haben, da die Sicht und das Netzli und überhaupt – aber das waren wie gesagt nur wage Vermutungen von Nichtbeteiligten.
Um halb zwölf waren wir dann praktisch einhellig der Meinung, dass wir Schluss machen. Also Boot hergefunkt, alles verladen und zurück zur Basis. Dort wurde demontiert, verpackt usw. und anschliessend gab’s unter der Wettsteinbrücke bei den Pontonieren ein Mittagessen inkl. Bhaltis.
Am frühen Nachmittag waren wir wieder zurück und um einige Strömungstauchgänge mitten in der Stadt Basel reicher. Ein tolles Erlebnis (und erst noch ein sinnvolles) das hervorragend organisiert und durchgeführt wurde.
Um bei nächsten Mal füllt vielleicht der ENS ein ganzes Boot alleine.