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Wenn der Tauchclub Ergolz Nautic ins Pfingstweekend fährt, dann ist das immer relativ kompliziert und umständlich. Es begann schon damit, dass wir uns ausnahmsweise in Ormalingen trafen. Das fanden zwar noch alle ohne grosse Umwege (ist an sich schon bemerkenswert, aber die einten waren diesmal nicht mit dabei…..), dass dann aber die Hälfte hinter und die andere vor dem Schulhaus wartete, traf die angesprochene Kompliziertheit schon eher. Nun, man hat sich gefunden und die Diskussionen über den schnellsten Weg an den Bodensee konnten losgehen. Dem Rhein entlang und via Deutschland nach Schaffhausen, resp. nur auf der Schweizer Seite oder dann doch über die Autobahn via Zürich. Den Ausschlag gab dann die Aussicht auf ein Zmorgen in der Raststätte Würenlos. Das hatte dann auch den Präsi überzeugt.

Es war kaum zu glauben, mehr oder weniger gemeinsam traf man sich zum ausgiebigen zmörgelen (warum das immer nur im Pfingstweekend und nie im Skiweekend möglich ist, bleibt mir leider jedes Jahr ein Rätsel). Nachdem jedem und jeder klar war, wie das mit diesen Toilettenzettelchen funktionierte und jede und jeder das ausgiebig ausprobiert hatte, setzte sich der Konvoi der 6 Autos in Richtung Bodensee in Marsch. Nach einer erstaunlich kurzen Zeit traf man sich in Überlingen. Nicht ganz alle zusammen und auch nicht aus der gleichen Richtung, aber immerhin in Überlingen !

Das Parkhaus war rasch gefunden. Umziehen im Parkhaus, speziell aber sehr angenehm. Der Einstieg in den ruhigen See bei schönstem Wetter gehört zu den luxuriöseren seiner Art, wir haben da schon ganz anderes erlebt. Ab 20 Meter eine Steilwand - so richtig zum austoben.

Nach dem Tauchen wieder rein ins Parkhaus und umgezogen. Langsam meldete sich das erste Hüngerlein (auch das beste Frühstück hält nicht ewig hin) und beim Ausgang vom Parkhaus standen die als letzte Eintreffenden beim Eingang. Wie abgemacht (hat mich erstaunt, dass so was überhaupt geht). Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Mittagessen irgendwo an der Strandpromenade. Mit wenig Tischerücken und relativ unkomplizierten Bestellungen genossen wir bei strahlender Sonne die Siesta.

Es packte die meisten (also eigentlich fast alle) nochmals für einen Tauchgang. Mit Schwung rein in die nassen (bei den Warmduschern trockenen) Anzüge und losgetaucht. Die Flaschen wurden leer gesogen, das ganze Zeugs wieder auseinander geschraubt und in den Autos verstaut und los ging’s zur Unterkunft. Dank dem Wegweiseresemes fanden alle den Weg durch die süddeutschen Pampas und trafen in Eigeltingen ein.

Der Empfang auf dieser Weekend-Event-Party-Ranch war dann allerdings ernüchternd. Wir waren froh, wenigstens die Schlüssel zu bekommen. Einige Zimmer hatten palastähnliche Dimensionen andere waren so bemessen, dass man beim Einquartieren von zwei Zwergziegen mit dem Tierschutzgesetz in ernste Konflikte gekommen wäre. Nach einigem hin und her und zurück waren dann aber alle mehr oder weniger zufrieden oder haben sich zumindest nichts anmerken lassen. Gemütlich beim Bier wurde es dann aber nochmals echt stressig. In 10 Minuten soll das Buffet eröffnet werden. Eine Buffeteröffnung in Germany ? Wenn Du da nicht mindestens unter den ersten 20 bist, hast Du keine Chance. Aber wir ? ungeduscht, unfrisiert, frisch aus dem See ? Also express unter die Dusche und mit leichter Verspätung ans Buffet. Siehe da, war gar nicht so schlimm, es hatte noch von allem (die Germanen waren wohl in der Unterzahl – aber das ist nur eine Vermutung). Hat echt geschmeckt und dann erst noch unter freiem Himmel. Beim Essen und gescheit daherreden wurde es immer später, dunkler und der Wein immer besser. Es kamen dann noch so kleine Schälchen mit etwas unglaublich Süssem darin. Als Gag hat das ganze gebrannt. Jedenfalls war es so lange lustig, bis dieses brennende Etwas über den Tisch auf die Hosen lief und dort unbeeindruckt weiterbrannte. Cool wie wir nun einmal sind, löschten wir die brennenden Beine ohne mit den Wimpern zu zucken.

Irgendwann kam eine ziemlich beeindruckende Person (ich glaube, es war eine Frau….?) und versuchte, uns klar zu machen, dass jetzt Schluss sei und ab sofort nur noch drinnen serviert werde. Ha, denkste, nicht mit uns. Also reingeschlichen und gut getarnt am Buffet versucht, noch etwas zu ergattern. Aber da habe ich die Rechnung wohl ohne diese Person gemacht. Dass sie mich nicht gefressen hat, lag wohl nur am Buffet das ziemlich unverrückbar zwischen uns stand. Nun ich habe die Situation mangels Alternativen akzeptiert und bin ziemlich kleinlaut wieder raus. 

Unsere Damen haben sich zwischenzeitlich am Fenster zum Bullenreiten die Nase plattgedrückt. Was dort genau so faszinierend war, haben wir leider nicht herausgefunden. Auf jeden Fall haben sie es schlussendlich geschafft, zum Junggesellen-Bullenreiten eingeladen zu werden. Das tönt nun um einiges schlimmer als es tatsächlich war – am Schluss waren auch die männlichen Taucher mit dabei und haben wie gewohnt zum rechten schauen können. Als es dann ums tanzen ging, haben sich einige relativ rasch verabschiedet und zum Schluss haben alle ihre Zimmer gefunden (auf jeden Fall habe ich nichts Gegenteiliges gehört und spätestens beim Durchzählen am nächsten Morgen waren alle wieder da….).  

Der Sonntag begann mit einem ausgedehnten, perfekten Frühstück. Anschliessend war das Event-Programm angesagt. Gestartet wurde mit Kuhmelken und über Motocrossfahren und Lasergewehrschiessen kamen wir zum Highlight (für die meisten jedenfalls, der Schreibende in diesem Fall definitiv ausgenommen). An einem Stahlseil in 60 Meter quer übers Tal hin und her fliegen - das kommt kurz vor dem Fallschirmspringen oder Bungy Jumping. Zum Schluss nochmals Bullenreiten… aber das hatten wir ja schon. So verging der Sonntag und mit ihm das Pfingstweekend wie im Flug.

Mal etwas anderes, spannend und abwechslungsreich. Sogar das Wetter hatte trotz gegenteiliger Prognosen für einmal mitgemacht und nur der Montag versank in Regen und Schnee. Aber da waren die meisten schon wieder zu Hause und die anderen hatten sich noch einen Tag am Bodensee von den Strapazen erholen können.

Unser Dank geht an die Organisatoren Dany und Tanja, die haben’s zum ersten Mal gemacht (das Pfingstweekend organisiert meine ich) und dabei voll ins Schwarze getroffen.


Thomas  

 

 


 
   
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