Pfingstweekend vom 10. und 11. Mai 2008 am Neuenburgersee
An Pfingsten könnte man dort tauchen gehen wo man gut tauchen gehen kann – oder eben, man geht an den Neuenburgersee. Ich war mit Organisieren des Pfingstweekend’s an der Reihe, also organisierte ich und wollte mal dorthin wo ich noch nie war (da ich noch nie dort war, wusste ich auch noch nicht, dass man da nicht hingeht – mindestens nicht tauchen). Irgendwann im Winter waren wir mal schauen, wie’s dort so aussieht. In Cortaillod fanden wir ein schickes Hotel und den Tauchplatz bei Boudry haben wir auch praktisch auf Anhieb gefunden. Also los geht’s mit Organisieren.
Am 10. Mai standen dann fast alle pünktlich und gepackt und wie immer auf dem Schiggi-Parkplatz bereit. Die Letzten in Eptingen aufgegabelt und dann los via Solothurn nach Neuenburg. Praktisch diese neue Autobahn, spart Zeit, man kann schnell fahren, sehr schnell sogar – und dann blitz, blitz und nochmals blitz. So schön in regelmässigem Abstand Aber was soll’s – mit solchem Kleinkram beschäftigten wir uns nicht weiter (da aber nie Post von Solothurn kam, war es entweder ein Wetterleuchten oder der Film fiel vor lauter Blitzen aus der Spule). Auf jeden Fall ging’s fast ungebremst weiter bis zum Tauchplatz – na ja, die Wegbeschreibung war nicht für alle lesbar und einige haben den See in Boudry gesucht. Aber schlussendlich trafen alle auf dem Riesenparkplatz bei Boudry Plage (beachte: Plage !) ein. Der Parkplatz ist deshalb so riesig, damit die riesige Tauchermeute (ausser uns waren noch mindestens Eintausend weitere solche dort) auch genügend Platz hat. Die Schlauen parkierten rückwärts ins Gras und die weniger Schlauen (also z.B. ich) parkierten so wie es sich gehört.
Kurz den Einstieg besichtigt und im Restaurant à la plage einen Kaffee genossen (und schlauerweise auch gleich fürs Mittagessen reserviert – man ist ja nicht nur doof) und dann ging’s los. Die übliche Frage „wer mit wem“ stellte sich nur ganz kurz und dann wurde umgezogen (wie gesagt; die einten auf dem Gras und die anderen im Sand).
Nun ja – man konnte tauchen (also einfach so unter Wasser sein), aber so richtig sehen tat man eigentlich nichts (obwohl die Sicht gar nicht mal so schlecht war – somit ist nun klar was ich eingangs gemeint habe). Bald kamen dann alle wieder rauf und wir packten das Zeugs wieder ein. Nach der Siesta ging’s dann nochmals los – es konnte doch nicht sein, dass es da nichts zu sehen gab ? ….. Es gab nichts zu sehen ! Also wieder alles zusammengepackt und auf ins Hotel. Frisch geduscht und frisiert wurde im Wintergarten hingehöckelt und das Nachtessen ausgesucht. Dummerweise hat die Serviertochter etwas von einem Hecht (genau: nur von einem Hecht) gemurmelt. Wer wollte Hecht ? keiner ? alle ? nur die einten oder doch mehrere ? Nachdem die einten allen anderen etwas von diesem angeboten hatten – haben sie ihn dann noch ganz für sich alleine gegessen – und noch lang und breit erklärt wie gut er geschmeckt hätte. Aber das war dann doch nicht ganz so schlimm, weil schliesslich alle etwas Feines bekamen. Wie immer wurde nach dem Essen mehr oder weniger gescheit geschwatzt und mangels Grappa wollte man dann irgendwann ins Bett. Nur haben wir da die Rechnung ohne unsere Serviertochter (nun ja, eigentlich eher Serviermutter) gemacht. Eine Gesamtrechnung von 2 Tischen auf alle einzeln aufteilen ? Das war ein Abenteuer – vor allem für unsere Serviermutter. Die schrieb und rechnete und zählte und am Schluss wollten die einten dann noch mit Kreditkarte…. mann o mann, die nahm anschliessend sicher gleich 2 Wochen Ferien. Aber auch das war überstanden und so legte man/frau sich hin und schlief in den 2. Tag.
Am Sonntag Morgen schien die Sonne – ja sie schien und dass ist doch für ein ENS-Pfingstweekend schon sehr bemerkenswert. Draussen zmörgelen und dann ? Klar: Tauchen. Ich kannte noch einen weiteren Tauchplatz – vielleicht gab’s da ja so etwas wie eine Unterwasserwelt. Die einten machten sich schon wieder auf den Heimweg, aber die meisten fuhren zum Tauchplatz Robinson bei Colombier. Auch dieser Tauchplatz hatte einen riesigen Parkplatz - und auch dieser war voll. Zum Glück nicht mit Tauchern. Also das ganze nasse Zeugs wieder angezogen (einige sollen ja tatsächlich auch in diesem Jahr wieder trocken getaucht sein – aber die haben das für sich behalten…) und in den See gestürzt. Zum Glück nicht Kopf voran – das hätte weh getan. Der Einstieg war eher ein Einmarsch, zuerst mal 100 Meter im Wasser laufen bis man überhaupt die Flossen anziehen konnte und dann mind. nochmals einen Kilometer hinausschwimmen bis man mit dem Kopf unter Wasser kam. Und so blieb’s – so was Flaches habe ich ja noch nie gesehen - von Wand oder gar Steilwand keine Spur – und auch sonst; naja !
Also wenigstens nach dem Tauchen was essen; es steht sogar ein richtiges Restaurant gleich neben dem Tauchplatz. Also es steht da so da – aber die ganzen Leute haben während unseres Tauchgangs wohl nichts anderes gemacht, als die Küche leergefr…. – auf jeden Fall gab’s nichts mehr – nichts ausser Fondue. Fondue ? Nun ja, alles was recht ist – aber Fondue im Pfingstweekend ? Also bei aller Liebe zu dieser Gegend – aber das verkrafteten wir nicht – ausser einem, der hatte so Hunger, dass der sogar Fondue gegessen hätte – wenn wir ihn gelassen hätten – haben wir aber nicht. Wir kannten ja noch das Restaurant à la plage vom Vortag. Also zurück und hingesetzt – etwas Warmes essen ? ha was fällt uns ein – doch nicht mitten am Nachmittag. Ja doch, sie hätten schon noch was Warmes – was ? – wie wär’s mit 3 x raten ? Bingo ! natürlich: Fondue! Irgendwie beschlich mich der leise Verdacht dass die hier alle etwas rauchen, was sie lieber sein lassen sollten. Zum Glück gab’s noch kalte Teller (da war sogar etwas drauf !). Da es auch sonst immer kühler wurde und es auch irgendwie nach Regen aussah (also doch !) machten sich die meisten in Richtung Heimat auf den Weg. Zwei blieben noch, die gingen dann fein essen (ja das geht tatsächlich auch – allerdings muss man etwas suchen) und verbrachten noch eine Nacht am Lac de Neuchâtel.
Auch dieses Pfingstweekend haben alle wie alle Jahre ohne bleibende Schäden überlebt. Im nächsten Jahr wartet dann das ultimative, dreitägige Jubiläums-Pfingstweekend am Fernsteinsee auf uns – wir können uns bereits ein ganzes Jahr darauf freuen.